Die ersten Partnerfiguren haben eines gemeinsam: Sie bleiben nah am Boden. Das Kind ist höchstens eine Armlänge über der Matte, die Base hat mit dem ganzen Körper Kontakt zum Boden, und jede Figur lässt sich in einer Sekunde ruhig auflösen. Genau diese drei Eigenschaften machen sie zum idealen Einstieg. Dieser Text beschreibt drei klassische Einstiegsfiguren und den Weg dorthin — in kleinen Zwischenschritten, mit Base (der tragenden Person) und Flyer (der balancierenden Person). Einen Überblick über das ganze Programm für Eltern-Kind-Akrobatik gibt die Startseite.
Vor der ersten Figur: Spannung lernen
Jede Partnerfigur steht und fällt mit der Körperspannung des Flyers. Ein Kind, das „wie ein Brett" werden kann, ist für die Base leicht zu halten; ein Kind, das in sich zusammensackt, wird schwer und unberechenbar. Deshalb beginnt jede Einheit mit einem kurzen Spannungsspiel. Das Kind liegt auf dem Bauch oder Rücken und macht sich so steif wie ein Bügelbrett. Die Base hebt vorsichtig Arme oder Beine ein Stück an: Bleibt der ganze Körper gerade, sitzt die Spannung. Dieses Spiel dauert eine Minute und macht allen Spaß — und es zeigt beiden, wie sich „fest" anfühlt.
Auch die Base wärmt sich auf: Handgelenke kreisen, Schultern lockern, ein paar Kniebeugen. Wer trägt, braucht einen warmen Rücken und wache Hände.
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Gratis ansehenMiNiBERG🎮 Fitness Games · 1:13 Min. · EinsteigerFigur 1: der Tisch
Der Tisch ist die ruhigste aller Einstiegsfiguren. Die Base geht in den Vierfüßlerstand: Hände unter den Schultern, Knie unter den Hüften, der Rücken gerade wie eine Tischplatte. Das Kind setzt sich zuerst seitlich auf den unteren Rücken der Base, nah an den Hüften — dort ist der Rücken am stabilsten. Sitzt das sicher, kniet sich das Kind mit beiden Knien auf das Becken der Base und stützt die Hände auf die Schulterblätter. Becken und Schultergürtel sind die tragenden Punkte — die Mitte des Rückens bleibt frei.
Die Base hält den Rücken gerade und den Blick auf die Matte. Beide atmen ruhig, nach einigen Sekunden geht es zurück: Das Kind setzt sich seitlich ab und steigt herunter. Als nächste Stufe kann das Kind auf dem Tisch eine Hand lösen und zur Seite strecken, später ein Knie. So lernt es, das eigene Gewicht auf wechselnden Punkten auszubalancieren, während die Base ganz ruhig bleibt.
Figur 2: der Flieger auf den Unterschenkeln
Der Flieger ist die Figur, die Kinder am meisten begeistert — sie fühlt sich an wie Fliegen und bleibt dabei nah am Boden. Die Base liegt auf dem Rücken, die Knie angewinkelt, die Unterschenkel parallel zum Boden. Das Kind legt sich mit dem Bauch auf die Unterschenkel der Base, die Base hält es dabei an beiden Händen oder an den Unterarmen.
In dieser Haltung schaukeln beide zunächst nur sanft vor und zurück. Fühlt sich das gut an, streckt das Kind den Körper lang, und die Base hebt die Unterschenkel etwas höher. Die Hände bleiben dabei fest verbunden. Die Base bleibt mit Rücken und Kopf auf der Matte, so bleibt die Figur niedrig und jederzeit kontrollierbar: Zum Abgang senkt die Base die Unterschenkel, das Kind setzt die Füße neben die Base und richtet sich auf.
Höhere Varianten, bei denen die Base die Beine streckt und das Kind nur noch auf den Füßen liegt, gehören an einen späteren Punkt — mit einer dritten Person, die seitlich sichert. Die Seite zu Hilfestellung und Griffen beschreibt, wann dieser Schritt sinnvoll ist.
Figur 3: die Schubkarre
Die Schubkarre ist eine Kraftfigur für das Kind und eine Haltefigur für die Base. Das Kind stützt sich mit den Händen auf die Matte, die Base hebt die Beine an den Oberschenkeln an. Je näher die Base an der Hüfte des Kindes greift, desto leichter wird es für das Kind. Das Kind läuft auf den Händen ein paar Schritte vorwärts, die Base geht im gleichen Tempo mit.
Die Base bestimmt Tempo und Weg: kurze Strecken, gerade Linie, dann ruhig die Beine absetzen. Wird das Kind müde, sinken oft zuerst die Hüften durch — das ist das Zeichen für eine Pause. Mit wachsender Kraft kann die Base weiter Richtung Knie greifen, so steigt die Anforderung für Schultern und Rumpf ganz von selbst.
Woran beide merken, dass eine Figur sitzt
Eine Figur sitzt, wenn sie sich ruhig anfühlt: Das Kind hält die Spannung ohne Zittern, die Base muss nicht nachgreifen, und der Auf- und Abgang läuft jedes Mal gleich ab. Ein guter Test ist das Lächeln — ein Kind, das in der Figur entspannt lacht, fühlt sich sicher. Erst dann lohnt sich die nächste Stufe.
Hilfreich ist eine feste Reihenfolge für jede Einheit: Spannungsspiel, Tisch, Flieger, Schubkarre, zum Abschluss ein ruhiges Dehnen. Zehn bis fünfzehn Minuten reichen. Wer jede Figur mehrmals hintereinander sauber turnt, baut in wenigen Wochen ein Repertoire auf, auf das sich später höhere Figuren stützen können.
Typische Stolpersteine
Die meisten Wackler entstehen aus Eile. Ein Kind, das zu schnell auf den Tisch klettert, landet auf der Wirbelsäule der Base statt nah an den Hüften. Eine Base, die beim Flieger die Beine zu früh streckt, verliert die Kontrolle über die Höhe. Die Lösung ist in beiden Fällen dieselbe: langsamer werden, jede Phase einzeln ansagen und erst dann weitergehen, wenn beide bereit sind.
Ein zweiter Stolperstein ist Müdigkeit. Partnerakrobatik fordert beide körperlich und geistig. Wenn die Konzentration nachlässt, lohnt sich ein Wechsel zu einem Spiel oder eine Pause mehr als ein weiterer Versuch — die nächste Einheit gelingt dann meist umso besser.

